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Erfahrungsbericht und Hintergrundinformation

von Gert Koch

Viele mussten an einem Strang ziehen ...

ist es zu verdanken daß die im Jahr 1998 neu erbaute Philippuskirche eine Photovoltaikanlage mit einer installierten Nennleistung von 3,3 kWp erhalten konnte.

Zweckgebundene Erlöse

Der Erlös aus dem in das öffentliche Netz gespeisten Strom ist zweckgebunden bestimmt zur Unterstützung einer Fördereinrichtung für Langzeitarbeitslose am Wöllrieder Hof in Würzburg.

Lageproblematik

Wegen der Ausrichtung des Gebäudes in Ost - West Richtung konnten die Kollektorflächen nicht auf das Dach montiert werden. Obgleich eine deutliche Leistungsminderung zu befürchten war, wurden die 30 Kollektoren an der Südseite der Kirche angeordnet, 16 davon senkrecht an der Fassade und 14 als Teilbeschattung schräg über Fensterflächen. Die nunmehr zweijährige Erfahrung mit der Anlage zeigt, dass die ungünstige senkrechte Anordnung von 60% der Kollektorfläche eine Minderleistung von ca. 10% gegenüber den für diesen Standort zu erwartenden 900 kWh /Anno je installiertem kW Leistung verursacht. Die Leistungsminderung zeigt sich vor allem in den Monaten des höchsten Sonnenstandes (also im Juni, Juli und August) und ist an den Auswertungsdiagrammen deutlich erkennbar.

Selbst verbrauchen oder einspeisen? Umstellung am 15.6.2000

Von der Inbetriebnahme am 1.10.1998 bis zur Umstellung am 15.6.2000 wurde die erzeugte Energie soweit möglich in der Kirche selbst verbraucht, der Überschuss wurde in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Umstellung im Juni 2000 erfolgte, nachdem das am 1. 4. 2000 in Kraft getretene Gesetz für den Vorrang eneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energie-Gesetz EEG) die Einspeisung der gesamten erzeugten Energie ins öffentlich Netz fordert und dafür eine Vergütung in Höhe von DM 0,99 je kW ermöglicht (bzw. seit der Währungsumstellung 0,51 Euro je kW, festgeschrieben für den Zeitraum von 20 Jahren seit der Inbetriebnahme).

Ergebnisse (siehe auch die Messkurven)

In den ersten 12 Monaten, vom 1.10.1998 bis 30.09.1999, produzierte die Anlage 2.398 kWh (799 kWh je installierte kW). In den folgenden Jahren erreichten wir diese Leistungen:

Jahr Gesamtergebnis (kWh) kWh / installiertes kW Peak
1999 2561 776
2000 2373 719
2001 2438 739
2002 2701 742
2003 3054 925
2004 2431 736
2005 2582 782
2006 2416 732

Zum Vergleich: Das Fraunhofer Institut Solare Energiesysteme (ISE) gibt als Mittelwert für alle von ihm betreuten und ausgewerteten Anlagen eine Durchschnittsausbeute von 738 kWh je installiertem kWp an. Wir liegen also mit unserer Anlage trotz der beschriebenen Lageproblematik im Regelfall sogar über dem Ausbeutedurchschnitt der vom ISE betreuten Anlagen.

Erst beim direkten Vergleich mit einer Anlage, deren Elemente optimal ausgerichtet sind, nämlich mit derjenigen auf dem Kindergarten in Gaubüttelbrunn (ca. 15 km entfernt von der Philippuskirche, also unter weitgehend gleichen klimatischen Bedingungen) werden die Limitierungen unserer Anlage sichtbar: In Gaubüttelbrunn hat man 2002 ein Ergebnis von 925 kWh je installierte kWp erreicht.

 

Elektrotechnische Installation

Der Solwex-Echselrichter

Die von den Siemens-Kollektoren erzeugte Energie wird in einem Solwex-Wechselrichter umgewandelt und mit dem Wechselstromnetz synchronisiert.

Alle technischen Werte (wie momentane Stromstärke, Modulspannung, Temperatur der Kühlkörper und Fehlermeldungen) werden im Zeittakt von 10 Minuten in einem Datenlogger für ca. 4 Wochen gespeichert. Die Anlage wird vom Betreuer wöchentlich ausgelesen und ausgewertet.

Seit der Inbetriebnahme am 1.10.1998 können die gespeicherten Werte für jeden Zeitraum ausgewertet und als Tageskurve, Wochenblock, Monatsblock und Jahresübersicht visualisiert werden (siehe die Auswertungskurven).

Wenn Sie Fragen zur Anlage haben, selbst eine Anlage in einer kirchlichen Einrichtung installieren wollen oder sich einfach austauschen wollen, richten Sie doch bitte eine e-mail direkt an den Betreuer der Anlage in der Philippuskirche.

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