Zurück zur Homepage   Schreiben Sie uns eine mail!  

 

Zurück zum Ausgangspunkt des RundgangsStation 7: Das Kreuz an der Ostwand der Philippuskirche

An der Ostwand des Kirchenraums reckt sich ein schmales Band in den Farben des Regenbogens hinauf ins Licht. Unweit davon werden Sie ein waagrechtes, weißes Band bemerken, das sich beinahe ganz um den Kirchenraum herum zieht.

Ein Kreuz? Aber ja! Freilich nicht das Gewohnte, nicht die vertraute Form aus gekreuzten Balken. Lassen wir auch hier Werner Mally zu Wort kommen: »In der Altarwand (in der Verlängerung der Achse Taufstein – Altartisch) befindet sich ein offenes, latentes oder unvollständig scheinendes Kreuz: Eine weiße waagrechte (Lebens-)Linie läuft auf eine feurig-farbige Senkrechte zu, wird aber kurz davor symmetrisch unterbrochen. Das Kreuz entsteht hier erst in der nachzuvollziehenden Durchdringung der beiden Ebenen, d. h. nur in der individuellen Vorstellung bzw. Erfahrung des Betrachters und das auch nur auf die Dauer der angehaltenen Imagination.«

Diese Lebenslinie, von der Mally spricht, beginnt nicht zufällig auf der Höhe des Taufsteins und sie endet ebenfalls bewusst dort, wo die Fenster den Blick auf den Eisinger Friedhof freigeben. In diese Lebenslinie hinein tritt die farbige Senkrechte, die steil nach oben weist zum Licht. Keine fertige Kreuz-Ikone aus dem Repertoire der gewohnten Seherfahrung also, insofern sicherlich eine Irritation. Aber eine Herausforderung, sich das Kreuz immer und immer wieder zu vergegenwärtigen.

Zum Zusammenwirken von Raum und Kunst noch einmal der Architekt Gerhard Grellmann: »Der Raum wird durch die Kunst des Münchner Bildhauers Mally interpretiert. An der Grenze zum Hauptschiff steht einladend der Taufstein, der zentrale Altar zwingt zum Nachdenken über die bestehende Gemeinschaft, über Annäherung und Zuwendung. Die Ostwand, hier bricht das Licht von oben in die Kirche, zeigt – für alle sichtbar – das Kreuz. Der Kirchenraum kann durch eine variabel nutzbare Zone erweitert werden, ist so auch mit dem Kirchplatz verbunden. So birgt er Raum für kleine Gottesdienste oder große Feste. Gemeinde- und Jugendräume sind im nördlichen Bauteil, in enger Nachbarschaft zum Kirchenraum, angeordnet. Eine einheitliche Architektursprache verbindet die unterschiedlichen Nutzungsbereiche.«


Zur nächsten Station: Die Orgel
Zurück zum Ausgangspunkt des Rundgangs
Zurück zur letzten Station: Der Ambo
Zum Seitenanfang


© Copyright für Text und alle Bilder by Ev.-Luth. Kirchengemeinde Eisingen-Kist-Waldbrunn
Am Molkenbrünnlein 10, D-97249 Eisingen