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Zur Hauptseite "Historie"von Vikarin Kerstin Voges zur Pfarrerin z. A. Kerstin Voges



 

Vikarin Kerstin Voges (2001-2004)

Hier stellt sie sich der Gemeinde vor:

Liebe Leserinnen und Leser,

ab dem 16. September 2001 werde ich in der Philippusgemeinde als Vikarin arbeiten. Ich freue mich sehr und bin gespannt darauf , wie es für Sie und für mich sein wird, unser Leben und unseren Glauben miteinander zu teilen. Mit den folgenden Zeilen möchte ich mich Ihnen vorstellen.

Aufgewachsen bin ich in Tiefenbach, einem kleinen Ort nahe Landshut. Hier erlebte ich christliche Ökumene bereits sehr früh und in so positiver Weise, dass ich bis heute den Austausch mit Christinnen und Christen katholischer Prägung nicht nur als anregend und bereichernd empfinde, sondern mir etwas fehlen würde, gäbe es ihn nicht. In Landshut leben evangelische Christinnen und Christen in der Diaspora, und dies brachte für mich mit sich, daß ich bereits sehr früh katholische Gottesdienste besuchte und bis zum dritten Schuljahr am katholischen Religionsunterricht teilnahm. Beides ist mir noch immer in sehr guter Erinnerung, später kamen vielfältige positive Erfahrungen im Bereich christlichen Engagements hinzu.

Mit dem Schulabschluss entschied ich mich, Theologie zu studieren. Diese Entscheidung bewährte sich für mich im Laufe der Jahre, bereitete mir in bestimmten Phasen aber auch Kopfzerbrechen. Gegen Ende meines zweiten Studienjahres bewegten mich zwei Aspekte, die mich nach reiflicher Überlegung dazu führten, ab dem Wintersemester 1995 parallel zur Theologie Sozialpädagogik zu studieren. Einerseits war ich mir nicht sicher, ob ich mich irgendwann der verantwortlichen Aufgabe der Gemeindeleitung gewachsen fühlen würde, und andererseits wurde mir fraglich, inwieweit es möglich sei, Glaube zum Beruf zu machen. Die Lösung bestand für mich darin, mir im Rahmen des Sozialpädagogikstudiums gezielt Kompetenzen zu erwerben, die mir für eine gelingende Gemeindearbeit wichtig erschienen, und mir andererseits über einen zweiten Berufsabschluss die Freiheit zu erhalten, glauben zu dürfen und nicht "von Berufs wegen" glauben zu müssen. Insgesamt hat mir das Theologiestudium viel Spaß bereitet und mich über weite Strecken fasziniert.

Was gibt es sonst noch zu sagen? - Wie ein roter Faden durchzieht mein Leben die Freude am Zusammenleben mit Menschen anderer Kulturen und das Sehnen nach mehr sozialer Gerechtigkeit bei uns und anderswo: Während meines Studiums habe ich für ein Jahr in einem Sozialprojekt der lutherischen Kirche im Nordosten Brasiliens gearbeitet, ein Semester in Uruguay studiert, immer wieder mit ganz unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Ländern zusammengewohnt, Asylsuchende betreut und in einem Einer-Welt-Laden mitgemacht. Damit verbinden sich Erfahrungen, an die ich in Eisingen gerne in der einen oder anderen Weise anknüpfen würde. Augenblicklich wohne ich in Göttingen und arbeite als Sozialpädagogin im Anerkennungsjahr in einer Tageseinrichtung für verhaltensauffällige Kinder. Wenn ich aus Göttingen gehe, um zu Ihnen nach Würzburg zu kommen, so bedeutet dies für mich ein lachendes und ein weinendes Auge: Ich freue mich auf die Zeit mit Ihnen und das Vikariat. Gleichzeitig bin ich etwas traurig, da mein Freund beruflich an Göttingen gebunden ist, und dies sich zunächst auch nicht ändern wird.

Es grüßt sie herzlich Kerstin Voges

Nach 2 1/2 Jahren verabschiedete sie sich als Pfarrerin z. A. von der Philippusgemeinde in Richtung Nicaragua (Mittelamerika):

Liebe Gemeinde,

am 15.9.2001 bin ich als Vikarin in die Philippuskirche gekommen. Zweieinhalb Jahre – das wirkt wie eine lange Zeit und doch sind die Tage und Monate verflogen und es wird Zeit für mich Ihnen auf Wiedersehen zu sagen. Noch kann ich mir gar nicht vorstellen, nur noch ab und zu für einen Besuch in unserer Kirchengemeinde aufzutauchen. Zu schön war es hier...

Rückblickend möchte ich Ihnen danken: Für Ihre offene und herzliche Aufnahme, für die aufmerksame und konstruktive Begleitung meines Lernwegs im Vikariat, für vielfältige und zuverlässige Formen der Zusammenarbeit und für das, was sich in Worten nur andeuten lässt: Als Menschen dieser Gemeinde haben Sie mir viel geschenkt, vermutlich oft ohne es selbst zu ahnen: Gute Ideen, die ich mitnehmen kann, gehören dazu und neue Träume, Momente voll Humor und Verständnis im gemeinsamen Alltag, ein Gefühl tiefer Verbundenheit im Gottesdienst, die besondere Stimmung mancher Freizeiten, berührende Augenblicke im persönlichen Gespräch...

Danken möchte ich auch Pfarrer Fuchs: Er war ein guter Mentor. Er hat mir über so manche Klippe hinweggeholfen und mir an vielen Stellen die Augen geöffnet. Ähnlich wie ich zu Ihnen gekommen bin, verlasse ich Sie mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Der Abschied fällt mir schwer und ich hoffe möglichst viele von Ihnen ab und zu noch einmal wieder zu sehen.

Gleichzeitig freue ich mich auf die Zukunft. Ab März werde ich als Pfarrerin in der evangelisch-lutherischen Kirche „Fe y Esperanza“ in Nicaragua arbeiten. Der Schwerpunkt meiner Tätigkeit wird dort auf der Aus- und Weiterbildung von Pfarrern und gemeindlichen Mitarbeitern liegen. Darüber hinaus werde ich eine Gemeinde und mehrere kleine soziale Projekte mitbetreuen.

Auf Wiedersehen Ihre Kerstin Voges

Verabschiedung durch Pfarrer Peter Fuchs beim Ordinationsgottesdienst:

Liebe Kerstin,

Deine Vikariatszeit hat heute mit der Ordination ihren Abschluss gefunden. Die zweieinhalb Jahre gemeinsame Zeit sind für mich sehr wertvoll. Sehr gerne war ich als Mentor an Deiner Ausbildung zur Pfarrerin beteiligt. Du hast dich ganz auf die dir zugewiesene Kirchengemeinde eingelassen und mit großem Engagement und Liebe deine Talente eingebracht. Du hast es verstanden, viele freundschaftliche Beziehungen zu knüpfen . Unserer Kirchengemeinde hast du sehr gute Impulse gegeben und beigetragen, das Gemeindeleben weiter zu entfalten.

Ich denke etwa an die phantasievoll gestaltete schöne Osternacht, an Konfirmandenfreizeiten und Jugendgottesdienste oder an verstärkte Besuchsarbeit. Viele gute Spuren deines Wirkens werden bleiben , dazu wohl auch gewachsene Freundschaften. Du hast Mut bewiesen, Neues auszuprobieren , dabei auch mir manchmal in guter Weise solchen Mut abverlangt. Ich denke da zum Beispiel an die Besteigung unseres Glockenturmes. Im vergangenen Jahr haben wir wie die meisten wissen Glocken für unsere Philippuskirche erwerben können. Da war natürlich auch der Turm im Brennpunkt. Und Kerstin Voges hat es wohl schon immer einmal gereizt , in die Glockenstube hoch zu kommen, wozu es mich angesichts der Höhe ehrlich gesagt wenig gedrängt hat. Schließlich hat sie nicht locker gelassen, mit unserem „Cheftechniker“, Herrn Bovensiepen, einen Termin zu vereinbaren, um den Turm zu besteigen. Nun dachte ich, wenn ich nicht auch hochsteige, erklärt Kerstin Voges im Predigerseminar in Bayreuth, sie wird hier in Eisingen auf manchem Übungsfeld ganz allein gelassen. Mir war ehrlich gesagt ganz schön mulmig dabei diese Betonwand außen hoch zu klettern und durch die kleine Luke in die Glockenstube zu steigen. Aber es gab kein zurück mehr. Es war für mich schon sehr beeindruckend, wie Du , Kerstin nicht zu bremsen warst und locker und leicht diesen Turm bestiegen hast, mutig Neues aus zu probieren. Ich habe auch davon profitiert. Wir hatten also schließlich beide das Höhenerlebnis oben in der Glockenstube. Ein kleines Beispiel wie ich von Dir profitieren konnte.

Außerdem war im Laufe des Vikariates auch kollegiale gegenseitige Beratung für mich sehr wertvoll, dank dessen , dass du ein gutes Einfühlungsvermögen in Menschen besitzt und ein gutes Urteilsvermögen in verschiedenen Entscheidungssituationen. Vom Turm und den Glocken habe ich gesprochen. Du hast das große Ereignis unserer Kirchengemeinde, neue Glocken ein zu weihen aktiv miterlebt. Ich freue mich, dass es unserem Kirchenvorsteher, Herrn Roth , möglich war, Filmausschnitte und Glockentöne auf eine CD zu brennen, die ich dir überreichen darf. Um eine weitere CD wollen wir dein heutiges Geschenksortiment erweitern: Wir wollen dir gerne nach Nicaragua weiteres kirchliches Traditionsgut aus Franken mitgeben und haben dazu vom Windsbacher Knabenchor eine CD mit Motetten von Johann Sebastian Bach gewählt. Viel Freude daran.

Schließlich ist zu sagen , dass es dir gelungen ist die Jugendarbeit und Konfirmandenarbeit wesentlich zu bereichern. Viele Jugendmitarbeiter haben dir in der vergangenen Woche ja schon als Überraschungsaktion ein Abschiedsfest organisiert. Von den Konfirmanden erhältst Du ein Bild geschenkt – als Erinnerung und auch als Zuspruch für die Zukunft

Zum Schluss bleibt mir zu sagen: Ich wünsche mir , dass wir in Kontakt bleiben und dass es viele gute Lebenszeichen von Dir aus Nicaragua gibt. So wünsche ich dir für die kommende Zeit eine bunte Vielfalt guter Erfahrungen und das Zusammentreffen mit lieben Menschen in Nicaragua. Ein äußerer Ausdruck diese Wunsches soll ein farbenprächtiger Blumenstrauß sein. Gott behüte dich.

Pfarrer Peter Fuchs

Die Bilder der Ordination finden sie in der Galerie.


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