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Die Geschichte der Kirchengemeinde Eisingen - Kist - Waldbrunn
und des Baus der Philippuskirche

Chronik

Chronik der Kirchengemeinde

anlässlich der Einweihung der Philippuskirche am 4. Oktober 1998 verfasst von Robert Bromma

Frauen bereiten den Weg

Engagierte Eisinger Frauen zogen Anfang 1989 von Haus zu Haus und sammelten innerhalb kurzer Zeit 165 Unterschriften evangelischer Christen aus Eisingen, Kist und Waldbrunn. Sie und die Mitzeichner der Aktion forderten die evangelische Landeskirche in Bayern auf, die drei Orte zusammenzuschließen, eine eigene Pfarrstelle zu schaffen und zu besetzen, sowie ein Gemeindehaus zu bauen. Ihre mutigen Briefe an Landesbischof Dr. Hanselmann und die Bayerische Landessynode sowie die Einbindung mehrerer Synodaler zeigten bald Wirkung. Beeindruckt von der protestantischen Laieninitiative waren alle bereit, an dieser Gemeinde mitzubauen.

Bereits 1982 hat die Gesamtkirchenverwaltung (GKV) Würzburg von der Gemeinde Eisingen ein in Schulnähe gelegenes Grundstück erworben, um darauf irgendwann ein Gemeindezentrum bauen zu können. Dekan Dr. Elze und die Höchberger Synodalin Dr. Böning planten langfristig die Errichtung einer neuen Kirchengemeinde durch Ausgliederung von Kist, Eisingen und Waldbrunn aus den Kirchengemeinden Reichenberg bzw. Oberaltertheim. Die Beherztheit der Frauen brachte diese Idee auf den Weg.

Die Basis organisiert sich

Als die Gemeinde Eisingen begann, einen Bebauungsplan im Bereich des evang. Grundstückes aufzustellen, bildeten wir im Sommer 1989 zur Wahrung unserer Belange eine Interessengemeinschaft, die das Baugenehmigungsverfahren begleitete und die Bildung einer eigenen Kirchengemeinde vorantrieb. Mit eigenen evangelischen Mitteilungen, selbst organisierten Gottesdiensten oder Informationsveranstaltungen mobilisierten wir weitere Mitstreiter.

Im Februar 1990 gründeten wir die Initiativgruppe »Evangelisches Gemeindezentrum«. Wir veranstalteten mit Dekan Dr. Elze die kirchenrechtlich erforderlichen Gemeindeversammlungen zur Umstrukturierung der Zugehörigkeit, stellten weitere Anträge an die Landessynode, entwickelten Ideen zur Beschaffung von Geld für unser Zentrum und unterbreiteten der Gemeinde Eisingen unsere Wünsche zur Optimierung des Grundstückszuschnittes.

Vom Grundstück zum Bauplatz

Bei der Aufstellung des Bebauungsplanes wurde rasch deutlich, daß unser Grundstück nur für schulische Zwecke verwendet werden kann und nicht verlegbar ist. Die kirchliche Bedarfsfläche war direkt an der Ortsverbindungsstraße Kist <196> Waldbrunn geplant. Sie wäre nur durch einen den neuen Friedhof querenden Fußweg an Eisingen angebunden.

Die Initiativgruppe schlug vor, »die Kirche im Dorf zu lassen« und möglichst nah an die katholische Schwestergemeinde heranzurücken. Kooperative Zusammenarbeit von Initiativgruppe, GKV, politischer und katholischer Gemeinde ermöglichte den gemeinsamen Kauf eines geeigneten Grundstückes. Restflächen konnten im Rahmen der Umlegung erworben werden.

Baugrundstück (Foto: Bromma) Das Baugrundstück im Februar 1996

Erfolgreich gestartet

Die Aufbruchstimmung durch allseits positive Signale ließ unsere Gemeinschaft rasch anwachsen. Auf dem Weg zu einem Gemeindeberatungswochenende in Rummelsberg im Sommer 1991 wurden wir von einer wichtigen Mitteilung überrascht. Rückwirkend zum 1. Januar waren wir eine eigene Kirchengemeinde, die als 19. Mitglied der GKV Würzburg der Pfarrei Höchberg zugeordnet wurde.

Gemeindetag 1991 (Foto: Miller) Der erste Gemeindetag am Erntedankfest 1991

Der am Erntedankfest 1991 von der Initiativgruppe ausgerichtete 1. Gemeindetag unter dem Motto »Miteinander Gemeinde bauen« war ein voller Erfolg. Mit der Zuweisung von Pfarrer z.A. Peter Fuchs zum 1. Februar 1992 und der Wahl eines Kirchenvorstandes, der zu gleichen Teilen aus Vertretern der drei Orte besteht, konnte die Initiativgruppe ihre Arbeit in gute Hände geben.

Durch die landesweit Aufmerksamkeit erregende Idee, Zuckertüten mit verschiedenen Kirchenmotiven zu sammeln, wurden die Mitglieder unserer Gemeinde motiviert, auch an Gottesdiensten und Veranstaltungen in den Nachbarorten teilzunehmen.

Um unserer Kirchengemeinde ein Gesicht zu geben, entwarfen wir ein einprägsames Logo, bestehend aus den christlichen Symbolen Anker, Kreuz und Fisch.

Vier Jahre Planung

Im Juni 1993 begann ein aus dem Kirchenvorstand hervorgegangener Bauausschuß (BA) seine Tätigkeit. Er begleitete das Umlegungsverfahren, erstellte eine Gemeindebeschreibung und ein Raumprogramm für das geplante Gebäude und bereitete die Gründung eines Baufördervereins vor. Der Verein wurde beim 3. Gemeindetag, am 3. Oktober 1993 mit über 50 Mitgliedern gegründet. Sein Zweck ist die Errichtung und Unterstützung eines Evang. Gemeindezentrums durch Förderung der Finanzierung und Mitwirkung bei der Planung, Ausführung und Instandhaltung. Hervorzuheben sind Aktionen wie eine Tombola am Eisinger Backhäuslesfest, Benefizkonzerte oder der Verkauf von selbstgestalteten Weihnachtskarten und Faltmodellen unseres Zentrums.

Im Sommer 1994 wurde nach Vorstellung dreier Architekten das Büro Grellmann und Leitl, Würzburg, mit der Planung des Gemeindezentrums beauftragt.

Der BA erarbeitete einen Wunsch- und Bedarfskatalog für Gebäude und Grundstück und erbat finanzielle Hilfen bei den drei politischen Gemeinden. Deren rasche Zusagen über einen Gesamtzuschuß von 400 000 DM waren überaus erfreulich und motivierend für uns alle.

Architekt Grellmann präsentierte im November 1994 den Vorentwurf. Dieser stieß auf große Zustimmung. Gemeinsam wurde die Planung weiterentwickelt. Auftretende Schwierigkeiten und Hürden wie z.B. die Mittelknappheit im kirchlichen Haushalt, die Zahl der Stellplätze, die geplante Urnenwand am neuen Friedhof oder die Machbarkeit einer Photovoltaikanlage wurden Zug um Zug gemeistert. Der Anfang 1996 fertiggestellte Bauplan wurde im Sommer 1996 genehmigt. Der BA, zwischenzeitlich vom Kirchenvorstand mit Beschlußfähigkeit ausgestattet, beschäftigte sich nun intensiv mit Fragen des schöpfungsgerechten Bauens und mit alternativen Energien. Auch die Planung der Außenanlagen und Freiflächen wurde wichtig.

Nach intensiver Beratung und Abstimmung zahlloser Detailprobleme und der Baufreigabe durch die Landeskirche konnten im Frühjahr 1997 endlich die ersten Arbeiten ausgeschrieben werden.

Der Bau hat begonnen

Mit dem 1. Spatenstich am 15. Mai 1997 und der feierlichen Grundsteinlegung am 13. Juli 1997 begann die Bauphase. Bereits im Oktober 1997 konnten wir Richtfest feiern.

Spatenstich (Foto: Bromma) Der erste Spatenstich am 15. Mai 1997

Grundsteinlegung (Foto: Krippner) Der Posaunenchor spielt zur Grundsteinlegung am 13. Juli 1997

Richtfest (Foto: Kilian) Beim Richtfest im Oktober 1997: Pfarrer Peter Fuchs und Diakon Günther Barthel

Unter der örtlichen Bauleitung von Herrn Firlus wurden in einer Vielzahl von Ortsterminen und Sitzungen alle wichtigen Fragen besprochen und, zum Teil nach intensiven Diskussionen, konsensfähige Entscheidungen getroffen. Wichtige Themen waren die Solarenergie, der Turm, die Außenanlagen, die Farbauswahl der Materialien, Anordnung der Plätze und Auswahl der Stühle, der Fußboden und die künstlerische Gestaltung des Kirchenraumes. Nahezu 60 Bauausschußsitzungen und deren Protokolle geben hiervon eindrücklich Zeugnis.

Baufortschritt (Foto: Büro Grellmann)

Der Bau schreitet voran. Im Bild die Fundamente des Kirchenraumes von Südosten gesehen. Im Hintergrund erste Mauern des angrenzenden Gemeindezentrums.

Bauausschuss (Foto: Stöcker)

Mitglieder des Bauausschusses beraten über die Farbgebung der Bodenfliesen.

Schließlich entschied sich der Kirchenvorstand im Frühjahr 1998, den Glockenturm doch zu bauen. Die voraussichtliche Einhaltung der zugrundegelegten Baukosten, die anhaltend hohe Spendenbereitschaft unserer Gemeindeglieder und eine solide, langfristig angelegte Finanzierung erleichterten diesen Schritt.

Nordwand (Foto: Kilian)

Wenn wir am 4. Oktober 1998, wie bei Baubeginn festgelegt, die Einweihung unseres Gemeindezentrums feiern, dann können wir dankbar auf eine von Gottes gutem Geist begleitete, bewegte Zeit des Planens und Handelns zurückblicken. Möge die neue Philippuskirche der Kirchengemeinde Eisingen - Kist - Waldbrunn reichlich mit Leben gefüllt werden und allen, die ein- und ausgehen, zum Segen dienen.

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Am Molkenbrünnlein 10, D-97249 Eisingen