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Die Glocken der
Philippuskirche

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Die Glocken der Philippuskirche
Das Abnahmegutachten

Mit dem folgenden Abnahmegutachten hat der amtlich anerkannte Glockensachverständige der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Dekanatskantor Sigurd Knopp (Sonnefeld), am 8. Dezember 2004 die Turmabnahmeprüfung der Läuteanlage der Philippuskirche Eisingen abgeschlossen:

"Läuteanlage der Philippuskirche in Eisingen — Turmabnahmeprüfung

Am 04.10.2004 habe ich die Läuteanlage der evang. Philippus-Kirche in Eisingen der so genannten Turmabbnahmeprüfung unterzogen und erstatte hierüber das nachfolgende

Abnahmegutachten

Mittlerweile läuten die neuen Glocken im Turm der Eisinger Philippus-Kirche. Die Glocken wurden im Werkprüfungsgutachten näher beschrieben.

Für die Montage der Glocken und das nötige Zubehör zeichnet die Glockengießerei Mark, für den Linearantrieb die Fachfirma Dürr verantwortlich.

Die Organisation und Koordination vor Ort erledigte Herr Dipl.-Ing. Peter Bovensiepen als Mitglied des Eisinger Kirchenvorstandes.

Die vorgefundene Läuteanlage zeigt eindrücklich, was auf engem Raum möglich ist, wenn eiserne Disziplin und handwerkliches Können zusammentreffen. So war die Lösung der Aufgabe, in eine kleine Glockenstube ein großes Geläute zu bauen, wahrlich für alle Beteiligten nicht leicht.

Das Ergebnis jedenfalls kann sich sehen und hören lassen.

Der Glockenstuhl

Gutes Eichenholz wurde ausgewählt, um den stabilen, massiven Glockenstuhl herzustellen. Der Glockenstuhl ist kastenförmig, zweifeldrig und zweigeschossig konstruiert.

Die Joche

Aufgehängt sind die Glocken an geraden Eichenholzjochen, wobei die Glockenkronen aus Platzgründen in die Joche eingelassen wurden. Für die Aufhängungen wurden Flachstahlbänder verwendet, die am Joch sauber anliegen.

Durch das Einlassen der Glockenkronen ändert sich zwar das Läuteverhalten der Glocken, von gestelztem Läuten kann hier jedoch nicht gesprochen werden.

Das Joch der Glocke 1 ist durch die natürliche Trocknung etwas eingerissen, was aber vollkommen unbedenklich ist.

An Stelle von Pendelkugellagern wurden (die häufig verwendeten) Stehlager eingebaut, was keinen erkennbaren Nachteil mit sich bringt.

Die Klöppel

Trotz der eingelassenen Glockenkronen und dem sich daraus ergebenden geänderten Läuteverhalten der Glocken konnten Normalklöppel in Kugelform verwendet werden. Die große Kugel sorgt für eine füllige Klangentfaltung.

Dem Klöppel von Glocke 2 musste durch Anbringen von Gewichten am Vorhang etwas nachgeholfen werden, was dem Klang der Glocke aber nicht abträglich ist.

Für den Klöppel von Glocke 2 wurde am Glockenstubenboden noch zusätzlicher Platz geschaffen, damit der Klöppel nicht am Boden aufstreift, falls es sich bedingt durch ein abgeriebenes Klöppelleder einmal etwas senken sollte.

Der Glockenantrieb

Der Einbau normaler Läutemaschinen war durch die geringen Platzverhältnisse in der Glockenstube nicht möglich.

So kam auch hier der seit Jahren bewährte Linearantrieb zum Einsatz, der keinen zusätzlichen Platz benötigt. Dieser Antrieb wurde von der erfahrenen Fachfirma Dürr tadellos eingebaut und mit Sicherheitsschaltern versehen, die bei einem ungewollten Höherziehen der Glocken die Anlaga abschalten.

Der Impulsgeber von Glocke 1 ist beim Arbeiten in der Glockenstube etwas hinderlich und sollte nach unten zeigend umgebaut werden.

Die Verteilung befindet sich mit in der Glockenstube, wobei sich der Hauptschalter bereits im unmittelbaren Eingangsbereich in die Glockenstube befindet, so dass man das Geläut vor dem Betreten der Anlage abschalten kann.

Die Glockenstube

Die Glockenstube wurde mit Holz verkleidet, was aufgrund einer jüngeren Erfahrung mit einer neuen, nicht verkleideten Glockenstube nicht hoch genug gelobt werden kann!

Selbstverständlich ist die Schallladengestaltung den Empfehlungen des Beratungsausschusses für das Deutsche Glockenwesen gefolgt.

Besonders erwähnenswert ist die ausgezeichnete Beleuchtung in der Glockenstube.

Die Intonation

Die Intonation der Glocken wurde in meinem Beisein optimiert und sieht nun folgendermaßen aus:

  Anläuten Anschläge/Minute Ausläuten
Glocke 1 12 sec 56,5 25 sec
Glocke 2 16 sec 58,5 21 sec
Glocke 3 8 sec 65,5 20 sec

Die Intonation ist weitgehend gut gelungen.

Abnahme

Bei meiner Überprüfung konnte ich mich von hervorragender Arbeit und einer aufmerksamen Materialauswahl überzeugen.

Alle Schrauben waren fest und kleinere Mängel sind behoben, so dass ich die Abnahme der Anlage gerne empfehle und der Kirchengemeinde Eisingen zu ihrem großen Geläut gratuliere.

Hingewiesen sei an dieser Stelle noch auf den natürlichen Schwund des Holzes beim Glockenstuhl und den Jochen, was eine ständige Kontrolle der Holzverbindungen in den ersten Jahren erforderlich macht.

gez.
Sigurd Knopp



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