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Der Glockenguss.
Ein Handwerk zwischen Archaik und Moderne.

Die meisten Glocken werden - wie es seit dem 12. Jahrhundert üblich ist - aus Glockenbronze (oder Glockenspeise) gegossen. Glockenbronze ist ein Gemisch aus 22 % Zinn und 78 % Kupfer. Daneben gibt es heute auch Eisenglocken und Stahlglocken. Einfachere Glocken werden auch aus einem schlichten Gusskörper gedreht.

Für den traditionellen Glockenguss müssen zunächst die Glockenformen in genauer Handarbeit hergestellt werden:

  • Als erstes wird dazu (meistens in einer Gussgrube oder Gusswanne) der sog. Kern (auch Ziegelkern) aus Ziegeln gemauert. Er dient als Stütze für die weitere Konstruktion. Auf dem Ziegelkern wird mit immer feineren Lehmschichten die Innenform der Glocke aufgebaut und mittels einer drehbaren Schablone geglättet. Wenn der Lehm getrocknet ist, wird er mit einem Trennmittel getränkt (z.B. Fett, Talg oder Graphit; man sagt, früher sei dazu auch Rinderbrühe verwendet worden).
  Deutlich erkennt man den gemauerten Ziegelkern und die hölzerne Schablone, die drehbar an einer Spindel befestigt ist. Der Lehm wird Schicht um Schicht aufgetragen und mit der Schablone abgezogen. Bevor eine neue Schicht aufgetragen werden kann, muss erst die vorherige Schicht vollkommen durchgetrocknet sein. Dazu wird der Ziegelkern von innen her beheizt.
 
  Auf diesem Foto sieht man Glockenkerne in unterschiedlichen Fertigstellungsphasen: vom begonnenen Ziegelkern in der Mitte (mit der Schablone) bis hin zur fertigen Innenform.
     
  Alle Fotos: Eifeler Glockengießerei  
  • Nun wird auf diese Innenform wiederum mit mehreren Lehmschichten die sog. Falsche Glocke aufgebracht. Sie ist ein genaues Gegenstück der späteren Glocke. Die Außenform der falschen Glocke wird ebenfalls mit einer drehbaren Schablone abgezogen und zum Schluss mit einem Trennmittel eingestrichen.
  • Eventuelle Verzierungen oder Inschriften werden auf die falsche Glocke außen mit Wachs aufgebracht.
  • Schließlich wird auf die falsche Glocke aus weiteren vielen Lehmschichten der sog. Mantel aufgetragen. Man beginnt dabei mit besonders feinem Zierlehm, damit sich die Wachsverzierungen besonders genau in den Mantel einprägen.
  • Wenn der Mantel fertig geformt ist, wird die Form ausgebrannt. Ungefahr 8 Stunden lang herrscht in der Form eine Temperatur zwischen 600 und 800 Grad Celsius. Das Wachs schmilzt, wenn die Form erhitzt wird, hat sich aber vorher als Negativ in den Glockenmantel abgedrückt.
  Beim Ausbrennen der Formen herrschen im Inneren Temperaturen zwischen 600 und 800 °C.
     
  Alle Fotos: Eifeler Glockengießerei  

 

  • Wenn die Form danach wieder erkaltet ist, wird der Glockenmantel von der Form abgehoben. Die falsche Glocke wird zerschlagen und der Mantel anschließend wieder aufgesetzt. Zwischen dem Kern und dem Mantel ist jetzt die Hohlform entstanden, die beim Guss ausgefüllt wird. Die Gussgrube wird mit Erde aufgefüllt und gestampft, damit die Glockenmäntel dem ungeheueren Innendruck standhalten.
  • Die Glockenspeise wird auf ca. 1.100 °C erhitzt und über gemauerte Rinnen zu den Gusslöchern geleitet, wo sie in die Hohlform fließt.
  Die Form hat nur noch 3 Löcher als Öffnungen. In der Mitte fließt das Metall hinein, außen schlagen zwei große Flammen heraus. Dort verbrennen die Gase, die während des Glockengusses in der Hohlkammer entstehen, die Luft entweicht aus der Form und die flüssige Bronze kann ungehindert hineinfließen.
     
  Alle Fotos: Eifeler Glockengießerei  

 

Nach ca. 4 Wochen Abkühlzeit wird die Glockenform ausgegraben. Der Mantel wird abgeschlagen, die Bronzeglocke vom Kern gehoben. Nach dem Säubern und Polieren der Oberflächen wird der erste Glockenschlag vollzogen. Jetzt stellt sich heraus, ob die Glocke gelungen ist und tatsächlich den gewünschten Ton anschlägt.

Glockengießereien im Internet

Die von uns beauftrage Gießerei: Die Eifeler Glockengießerei Mark (Brockscheid)
Glocken und Kunstgießerei Petit & Gebr. Edelbrock (Gescher)
Glockengießerei A. Bachert (Bad Friedrichshall - Kochendorf)
Glockengießerei Rudolf Perner (Passau)
Glockengießerei Mabilon & Co. (Saarburg)
Glocken- und Kunstgießerei Rincker (Sinn)
Gießerei Anton Gugg (Straubing)



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