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Konfirmation – ein Schritt zum Erwachsenwerden (Pfarrerin Kirsten Oldenburg)

 


 

Konfirmation ist ein tolles Fest für mich. Wir haben uns an den Konfirmandentagen vorbereitet, über viele Dinge gesprochen. Ich denke, dass mir das in meinem späteren Leben helfen wird…“
„Erst einmal waren wir alle aufgeregt, bis die Einsegnung kam, und nach der Einsegnung waren wir alle so wie befreit…“
Das ist halt was Besonderes, schon irgendwie ein Sprung vom Kindsein zum Jugendlichen: dass man mehr nachdenkt und alles vielleicht ein wenig bewusster erlebt.“
„…dass man wirklich von sich aus Ja sagt zu Gott.“
 „Ich gehöre jetzt voll zur Gemeinde – ich gehöre dazu.“

(Stimmen von Konfirmandinnen und Konfirmanden zu ihrer Konfirmation)

Aus diesen Stimmen von Konfirmandinnen und Konfirmanden ist erkennbar, welche Bedeutung die Konfirmation hat: Zum einen ist sie ein feierlicher Abschluss der Kindheit und Beginn eines neuen Lebensabschnittes, zum anderen ist sie Bestätigung der Taufe. In jedem Fall ist die Konfirmation ein rauschendes Familienfest mit einem hohen Stellenwert für die Jugendlichen selbst, deren Eltern und Paten, und ein Fest für die Gemeinde, die für die Jugendlichen in ihrer Mitte betet und ihr Begleitung in ihrem Glaubensleben anbietet.

 

 

„Konfirmation“: Bestätigung der Taufe

 

Konfirmation heißt Bestätigung, Bekräftigung. Ziel des Konfirmandenunterrichts ist es also, dass die Jugendlichen ihre Taufe – ihre Mitgliedschaft in der Kirche – aktiv bejahen und das Bekenntnis zum dreieinigen Gott bestätigen können. Dies soll nach dem Kirchenrecht in einem öffentlichen Gottesdienst geschehen. Dazu sprechen die Konfirmanden das Glaubensbekenntnis und es wird ihnen die Konfirmationsfrage gestellt.

„Wollt ihr unter Jesus Christus, euerem Herrn, leben, im Glauben an ihn wachsen und als evangelische Christen in seiner Gemeinde bleiben, so sprecht: Ja, mit Gottes Hilfe.“

Anschließend wird ihnen der Segen Gottes unter Handauflegung des Pfarrers/der Pfarrerin für ihren weiteren Lebensweg zugesprochen. Dieser Segen soll nicht den Taufsegen ergänzen, sondern er soll ihn für den nun vor ihnen liegenden Abschnitt des Lebens und Glaubens erneuern und bekräftigen. Der Segen hat also auch konfirmierenden = bekräftigenden Sinn:

„Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist gebe dir seine Gnade; Schutz und Schirm vor allem Bösen, Stärke und Hilfe zu allem Guten, dass du bewahrt werdest im rechten Glauben. Friede sei mit dir. Amen!“

Einen Bibelspruch, der die Konfirmierten auf ihrem Lebensweg begleiten soll, haben sie sich selbst ausgesucht.

Bei ihrem Konfirmationsgottesdienst sprechen die Jugendlichen ein dreifaches „Ja“:

  • Sie sagen Ja zu sich selbst - in einem Alter, in dem Selbstbejahung und Sinnsuche schwierig ist.
  • Sie sagen Ja zum Glauben – übernehmen Verantwortung für das, was sie glauben und können sich selbstständig dazu äußern.
  • Sie sagen Ja zur Gemeinschaft – denn Glauben kann man nur in der Gemeinschaft leben.

Als sichtbares Zeichen dafür wird an der Konfirmation Abendmahl gefeiert, denn Gott will Gemeinschaft mit uns Menschen und kommt zu uns mit seinem Segen.

 

 

Der Konfi-Kurs in der Philippusgemeinde

 

In unserer Gemeinde bereitet sich auch in diesem Jahr eine Gruppe von Jugendlichen auf ihre Konfirmation vor. Dazu besuchen sich den sog. „Konfikurs“: Sie beschäftigen sich mit Themen des Glaubens wie Tod und Auferstehung, Jesus Christus, Bibel, … und verbringen zwei Wochenendfreizeiten miteinander.  
In unserer Gemeinde haben wir das Unterrichtsmodell des „Konfi-Kurses“ eingeführt. Im Unterschied zu früheren Zeiten, als man einmal in der wöchentlich zu einer katechetischen Unterweisung zusammenkam und die Jugendlichen in den Grundsätzen unseres Glaubens „unterrichtete“, wird bei diesem Modell, das in immer mehr Gemeinden angewendet wird, ein erfahrungsorientierter Zugang zu den Glaubensthemen ermgölicht. Jeder Konfitag ist einem Thema verschrieben, das sich die Jugendlichen erarbeiten, indem sie angeleitete Gruppenarbeit mit kreativen Methoden erleben. Dadurch, dass wir einen ganzen Tag miteinander verbringen, ist auch Zeit für Mittagessen, Pausen und Spiele, in denen die Gemeinschaft wachsen kann. Vom Zeitaufwand her bleibt es sich gleich, ob man sich vier Mal im Monat für eineinhalb Stunden nach der Schule oder einen Samstag 6 Stunden lang trifft. Der Samstag ermöglicht der Gruppe aber ein besseres Miteinander. Ältere, bereits konfirmierte Jugendliche begleiten das Projekt und leiten Kleingruppen, leiten Spiele an und sind Ansprechpartner für die Konfirmanden. Auf diese Weise werden sie wiederum weiterhin in die Jugendarbeit eingebunden und lernen, ihren Glauben anderen zu vermitteln.
Statt der Konfirmandenprüfung, wie sie früher üblich war, wird in diesem Modell ein Vorstellungsgottesdienst von den Jugendlichen selbst erarbeitet und durchgeführt, mit dem sie sich dann als Gruppe der Gemeinde vorstellen. Darum ist es uns auch wichtig, dass die Gemeindeglieder auch an diesem Konfirmandenvorstellungsgottesdienst teilnehmen und so die Jugendlichen auf ihrem Weg zur Konfirmation begleiten. Die Konfirmanden zeigen dadurch, dass sie verstanden haben, was die einzelnen Elemente im Gottesdienst bedeuten und dass sie ein bestimmtes Thema eigenständig mit den Elementen des Gottesdienstes (Gebet, Lieder, Lesung, Predigt) ausdrücken können.
Am Pfingsttag werden sie konfirmiert. Das hat einen guten Grund, denn der Heilige Geist ist der eigentlich Handelnde an der Konfirmation. Er alleine kann letztlich „konfirmieren“, d.h. im Glauben bekräftigen, erneuern und bestätigen. Die Konfirmierten bekommen nun folgende Rechte: Sie werden zum einen als Mitglieder der Kirche bestätigt, sie können und sollen weiterhin regelmäßig am Gemeindeleben teilnehmen, sie können das Patenamt übernehmen und sich ab dem 16.Lebensjahr an den Kirchenvorstandswahlen beteiligen. Nach dem staatlichen Recht steht Jugendlichen nach Vollendung des 14. Lebensjahres selbst die Entscheidung darüber zu, zu welchem religiösen Bekenntnis sie sich halten wollen.

Bitten auch Sie für unsere Jugendlichen um diesen guten Geist Gottes!



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